Maria (hebräisch: Mirjam)
Mutter des Herrn. Als junges Mädchen, das mit dem Zimmermann Joseph aus dem Hause Davids verlobt ist, erhält sie durch den Engel Gabriel die Botschaft, dass Gott sie zur Mutter seines Sohnes, des verheißenen Messias, erwählt hat. Sie beugt sich dem Willen des Herrn (Lk. 1,26-38). Von Nazareth eilt sie für 3 Monate zu ihrer Verwandten Elisabeth, wo die Bestätigung der Engelsbotschaft sie in jubelnden Lobgesang ausbrechen lässt (V 39-56).
Bei der Rückkehr nach Nazareth sieht M. sich auf Grund ihrer Schwangerschaft dem Verdacht Josephs gegenüber, der sie heimlich zu verlassen gedenkt, um ihr die öffentliche Schande (vgl. 5. Mose 22,23-27) zu ersparen. Erst auf eine Weisung Gottes im Traum nimmt er M. als seine Frau zu sich (Mt. 1,18-25). Der Befehl des Kaisers Augustus zur Steuereinschätzung veranlasst beide zur Reise nach Bethlehem, wo Marias erster Sohn geboren wird.
Die Krippe, die in jedem palästinensischen Bauernhaus vorhanden ist, bietet einen sicheren Platz für das Neugeborene in ihrer Unterkunft (Lk. 2,1-7). Das Kind wird am achten Tage beschnitten und erhält den vom Engel genannten Namen Jesus (V. 21). Dann bringen die Eltern es in den Tempel und opfern zwei Tauben, weil sie für ein Lamm zu arm sind (V. 22-24; vgl. 3. Mo. 12). Wie durch den Besuch der Hirten in der Nacht der Geburt bestätigt Gott jetzt durch Simeon und Hanna (Lk. 2,8-20.25-38) und durch die Ankunft der Weisen (Mt. 2,1-12) erneut die Erfüllung seiner Verheißung, ehe die Bedrohung durch Herodes d. Gr. Joseph und M. mit dem Kind zur Flucht nach Ägypten zwingt (V. 13-15). Von dort kehren sie erst nach dem Tod des Herodes nach Nazareth zurück (V. 19-23; Lk. 2,39).
War Marias Leben von der Verkündigung bis zur Flucht nach Ägypten ganz von ihrem Kind, dem Gottessohn, bestimmt worden, so war sie danach wieder frei für ihre Ehe mit Joseph, dem sie noch vier Söhne und mehrere Töchter schenkte (Mk. 6,3); so dass Jesus im Kreise einer zahlreichen Familie aufwuchs.
Als die Eltern den Zwölfjährigen nach Jerusalem zum Tempel mitnehmen, wird offenbar, dass er ihnen nicht allein gehört. Aber das tritt nur für einen Augenblick hervor. M. begreift es noch nicht, behält und bewahrt es jedoch in ihrem Herzen (Lk. 2,41-51).
