Jedem Tag eine Chance geben
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- Erstellt am Dienstag, 14. Februar 2012 16:23
Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.
Hebräer 3,15 - Wochenspruch für den Sonntag Sexagesimae
Liebe Leserin, Lieber Leser,
was haben Zementherstellung, elektrischer Stuhl, das Kino, ein Stromzähler, die Schallplatte und der 11. Februar gemeinsam?
Nun, der Mann, der diese Stichworte verbindet heißt Thomas Edison, einer der wohl erfolgreichsten Erfinder. Ihm werden mehr als 2000 Erfindungen nachgesagt, rund 1500 davon wurden als Patent angemeldet.
Seine berühmteste Erfindung verabschiedet sich gerade wieder aus unserem Alltag:
die Glühbirne - oder genauer, die Verbesserung der Glühbirne. Denn schon vor dem am 11. Februar 1847 geborene Edison (der Tag ist in Amerika der „Erfindertag“) gab es eine Glühlampe mit Platinfaden. Die aber hielt nicht lange durch und war praxisuntauglich.
Thomas Alva Edison war überzeugt, eine Glühbirne, die 1000 Stunden brennen könnte, würde mit ihrem Licht die Welt verändern. Deshalb machte er sich daran die Sache zu verbessern. Er suchte nach einem haltbaren Glühfaden. Tausende von Experimenten unternahm er und sein Team. Akribisch hielt er die Ergebnisse auf über 40.000 Seiten fest. Angeblich mehr als 6000 verschiedene Materialien probierte er aus, bevor es ihm im Oktober 1879 gelang einen Glühfaden aus verkohlten Bambusfasern vorzustellen, der 40 Stunden lang Licht gab, bevor er verglühte.
Drei Jahre nach seiner ersten Präsentation einer Glühbirne war eine Brenndauer von 1000 Stunden erreicht – noch heute ist das bei uns die von der westlichen Industrie festgesetzte durchschnittliche Lebensdauer einer Glühlampe (chinesische Glühlampen sollen länger brennen).
Seine vielen Fehlversuche waren für ihn, den man aus der Schule jagte, weil er nicht still sitzen konnte, kein Scheitern. Er hielt für sich die Vision fest, dass er eines Tages den richtigen Faden finden würde.
Jeder Tag, jeder neue Versuch war für ihn eine Chance, sich seinem Ziel unter besseren Voraussetzungen zu nähern. In jedes neue Experiment legte er die Erwartung, dass sich die Lösung auf dem Labortisch einstellt – oder er zumindest dazulernt, wie es nicht geht. Mit dieser Überzeugung, Beharrlichkeit und Methode entwickelte Edison das Urmodell heutiger Forschungseinrichtungen. Er gilt deshalb als der Vater der modernen Forschung und Entwicklung.
Eine Erwartungshaltung, die bedenkenswert ist. Jedem Tag eine Chance geben, seinen Zielen näher zu kommen. Die Offenheit des Herzens in sich zu tragen und jede Begegnung oder Lebenssituation als Teil eines Lernweges und Reifungsprozesses zu verstehen.
Nichts ist vergeblich an dem Leben, dass Gott schenkt, nichts ist verloren an der Zeit, die Gott in Händen hält. Selbst Irrwege und Fehler, ja sogar Versagen, Schuld und Schwachheit werden unter seiner Liebe zu wertvollen Erfahrungen auf dem Weg zu seinem kommenden Reich.
Solch eine Haltung empfiehlt der Schreiber des Hebräerbriefes für den Glauben.
„Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“
Wenn ihr euch Gott nähert im Gottesdienst, im Bibellesen, im Gebet, dann seid voller Erwartung. Nicht wie damals die Israeliten beim Auszug aus Ägypten. Jahre sind sie Gott durch die Wüste gefolgt, ohne dass sie das verheißene Land erreicht hätten. Schließlich haben sie ihre Überzeugung, ihre Vision und ihren Glauben aufgegeben. „Von unserm Gott ist nichts mehr zu erwarten, lasst uns einen selber bauen", haben sie gesagt. Wie sollte Gott da Kraft geben können?
Vielleicht muss ja auch unser Glaube gelegentlich durch Wüstenzeiten hindurch. Gottesdienste, aus denen wir leer nach Hause gehen. Gebete, die ohne Antwort bleiben. Bibellesen, bei dem wir nichts verstehen. Das macht müde. Beziehungen, die uns zusetzen, Lebenssituationen, die uns Angst machen, zehren an den Kräften. Die Passionszeit erinnert uns daran, dass Gott selbst diese Erfahrung und Anfechtung im Glauben mit uns geteilt hat. Sie zeigt uns aber auch, das Christus an der Hoffnung fest hielt durch alles Dunkel hindurch einst das Licht Gottes zu sehen.
Richten wir unsere Aufmerksamkeit also nicht auf die vielen vergeblichen Versuche, die Schmerzen und das Scheitern.
„Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“
Geben wir jedem Augenblick seine Chance. Legen wir Hoffnung in ihn. Leben wir voller Erwartung auf Gott. Eines Tages geht uns sein Licht auf – und das brennt dann länger und schöner als alle Glühlampen dieser Welt.
Ihr Stefan Lipfert
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„Genius is one per cent inspiration and ninety-nine per cent perspiration.“ Thomas Edison in einer Rede 1928 (Genialität besteht zu 1 % Prozent aus Inspiration und zu 99 % aus Transpiration.) |
